01.12.2025-31.12.2025

Zurück an Bord genießen wir zunächst die Ruhe und die schönen Sonnenuntergänge.

Mit JoAnne machen wir noch einen weiteren Ausflug zu einem heißen Wasserfall. Hierzu geht es mit dem Lancha den Rio Dulce aufwärts in den Lago de Izabal. Der Lago de Izabal ist der größte See Guatemalas und ein wichtiges Süßwasserreservoir im Nordosten des Landes. Er ist über den Rio Dulce mit der Karibik verbunden und umgeben von Naturparks, die bekannt sind für ihre reiche Tierwelt und thermale Quellen.

Die Landschaft ist einfach traumhaft.

Vom Anlegesteg zum Wasserfall ist es etwa eine ¾ Stunde Fußmarsch. Meistens durch die pralle Sonne. Dann erreichen wir das Waldgebiet, in dem der Wasserfall liegt.


Von oben schauen wir ins Schwimmbecken und den Wasserfall herunter, dann sind wir auch schon drin.

Der Wasserfall selbst ist warm, während der Fluss einen weiteren kalten Zulauf hat, so ist es angenehm auszuhalten.

Auf dem Rückweg halten wir noch an einem Ressort und genießen unseren Sundowner. Von hier aus kann man die Weite des Sees erahnen.

Das Castillo de San Felippe liegt auf unserem Heimweg zum Boot. Die heutige Anlage entstand in den Jahren 1644 bis 1651, und diente dem Schutz des Izabal Sees, in dem sich mehrere Warenlager befanden. Im 18. Jahrhundert wurde der Handel zwischen Guatemala und Spanien mehr und mehr über den Hafen von Santo Tomás de Castilla abgewickelt. Im Jahr 1817 wurde das Fort aufgegeben.

Auch möchten wir Euch einen Eindruck des Supermarkt Sortiments geben, insbesondere Produkte, die wir in der Ferne nur bedingt erwartet hätten. German Fleischwurst, Bierschinken, Leberwurst und Bratwurst finden unseren Zuspruch. Aber auch Ariel, Pril und die WC-Ente haben den Sprung über den Großen Teich geschafft und viele Produkte mehr. Einiges davon wird sich in unseren Vorratsschränken wiederfinden, da es in Belize weniger Angebot zu deutlich höheren Preisen geben soll.

Ein paar kleiner Arbeiten stehen auch noch an. So muss bei dem Handteil unseres Funkgerätes der Akku getauscht werden, bei einigen Sicherungsautomaten ist die Verschraubung altersbeding abgebrochen und so tauscht Tom diese am Schaltpanel aus, während Hajo unser Teak neu ölt.

Eine weitere Baustelle ist die Pumpe unserer Entsalzungsanlage. Ein Blick von oben zeigt, dass es hier recht eng ist und man kleine Hände braucht um dort zu arbeiten. An der rot markierten Stelle gibt es eine Undichtigkeit, dass heißt wir müssen das Gewinde neu eindichten. Da aber darauf der Drucksensor sitzt - die Schwarze Box mit dem Kabel – können wir nicht so einfach die Verbindung lösen. Zunächst klemmen wir den Drucksensor ab. Dann können wir ihn ausbauen und das T-Stück lösen. Neu eingedichtet wird das T-Stück und der Sensor wieder montiert und angeschlossen. Ob es wirklich dicht ist, können wir erst in Belize testen, im Rio Dulce möchten wir den Watermaker wegen der Schadstoffe im Wasser nicht in Betrieb nehmen.

In unserer Marina finden wir eine Box von Casa Guatemala verbunden mit der Bitte hier Geschenke für Waisenkinder hineinzupacken. Nachdem wir uns über den Verein erkundigt haben geht es zu einem Laden in der Stadt. Der hat aktuell eine Zwei-für-Eins Aktion und so finden mehrere Fußbälle, Springseile, Barbiepuppen und mehr den Weg in die Kiste. Wir hoffen, dass sich die Kids darüber freuen.

Zusammen mit einigen anderen Deutschen im Rio entdecken wir neue Restaurants mit richtig guten Cocktails und leckerem Essen. Man muss sich ja auch mal was gönnen.


Unsere Abfahrt nach Belize steht kurz bevor und so füllt Hajo unsere Lager auf. Fleisch wird portioniert und eingefroren und es gibt genügend Cola für Tom. Aber auch Nudeln, Reis, Konserven und Wein finden vorübergehend Unterschlupf auf der segel.Bar. Tom fährt am Samstag, den 13.12., mit dem Lancha nach Livingston und klariert aus.

Unsere offizielle Abreisezeit ist Montag, der 15.12., um 6:30h. Da zu dem Zeitpunkt die Behörden noch geschlossen haben, können wir die Formalitäten schon 2 Tage vorher erledigen. Als Tom zurückkommt, hat auch die erste Weihnachtsdeko ihren Platz an Bord gefunden.

Unser Plan sieht vor, dass wir am Samstag den Golfete überqueren und circa 10 Seemeilen vor Livingston in eine kleine Bucht vor Anker gehen. Hier gibt es auch ein nettes Restaurant zum Abendessen. Gegen 9:00h haben wir in der Nanajuana abgelegt und sind nach gut 2 Stunden vor Anker. Das Abendessen im Restaurant sparen wir uns, es regnet, und zwar richtig.

Mit dem ersten Tageslicht fahren wir weiter in Richtung Flußmündung. Kurz vor acht Uhr haben wir dann das Flach vor der Flußmündung passiert und nehmen nördlichen Kurs auf Punta Gorda. Punta Gorda ist der erste „Port of Entry“ in Belize und wir erledigen hier die Einreiseformaltäten.

Knapp 210 EUR kostet uns das Einklarieren. Es gibt allerdings nur ein Visum für 30 Tage, im Januar müssen wir wieder vorstellig werden um eine Verlängerung zu beantragen. Zudem besorgen wir uns noch Belize Dollar und ein lokale Telefonkarte. Unser Timing ist gut, wir kommen trocken an Bord zurück, warten den durchziehenden Schauer ab, bevor wir in Restaurant zum Abendessen schippern.

Der Ankerplatz vor Punta Gorda ist eigentlich wenig geschützt. Wir hatten in der Nacht aber nur wenig Westwind und so war die Nacht für uns ruhig. Hajo hatte den Revierführer für Belize durchgearbeitet und Ziele für uns rausgesucht. Die erste Bucht, die wir ansteuern ist das Moho Cay. Erst beim Näherkommen, können wir die richtige Insel identifiezieren. Auf der Luftaufnahme kann man gut die „braunen“ Stelle im Wasser erkennen. Es handelt sich um Korallenriffe. Dort ist das Wasser sehr flach und wir können nicht mit dem Boot drüber. Deshalb ist es wichtig, nur bei guter Sicht zwischen den Riffen zu manövrieren.

Das versprochene Restaurant ist zwischenzeitlich geschlossen und Besucher auf der Insel wenig willkomen. Wir bleiben an Bord und machen es uns gemütlich. Am nächsten morgen freuen wir uns über den Sonnenaufgang und machen un zeitig los zu den Frank Cays, diese liegen ca. 20 Seemeilen östlich am Außenriff Belizes.


Auch hier ist die Ansteuerung anspruchsvoll. Unsere elektronische Seekarte und die Papierkarte des Revierführers unterscheiden sich bei der Einfahrt um etwa 25m. Auch gibt es eine Boje. Unklar, ob sie die Mitte des Fahrwassers zeigt oder eine Untiefen Begrenzung sein soll. Langsam fahren wir in die Bucht und haben etwa noch einen Meter Wasser unter dem Kiel. Dann sind wird drin.

Die Rangerstation scheint es nicht mehr zu geben, dafür ein Luxusressort, dass aus 2 Schlafzimmer und einem riesigen Wohnraum mit Küche besteht. Urlaub auf einer Privatinsel für nur 4500 US-$ die Nacht. Da es heute keine Gäste gab, durften wir uns die Anlage anschauen, ansonsten wäre hier auch betreten unerwünscht.
Ein tolles Foto bekommen wir aber vom Außenriff. Es erinnert uns an Clifton.

Da der Anker sich nur bedingt eingezogen hatte, legen wir einen zweiten Anker aus, so dass wir etwas beruhigter Schlafen können. Trotzdem sind wir früh wach und erleben einen farbenreichen Sonnenaufgang.

Zwei Inseln, bei denen der Reiseführer nicht mehr stimmt, jetzt nehmen wir erst mal Kurs auf Placencia, hier sind wir sicher, dass es eine schöne Bucht mit guter Infrastruktur ist. Bei unser Ankunft treffen wir einige Boote aus dem Rio wieder. Der Anker zieht sich sofort ein und gibt uns ein gutes Gefühl für die erste Nacht.


Unseren Watermaker hatten wir nach der Reparatur im Salzwasser getestet und für dicht befunden, trotzdem haben wir Salzwasser in der Bilge gefunden. Zunächst 300ml in 24 Std, zuletzt fast 2,5 l. Da nur die Backbordbilge mittschiffs betroffen ist, schränkt das die Verdächtigen ein. Nachdem wir alles ausgeschlossen haben fällt Tom nur noch der Kielbolzen unter dem Abwassertank ein. Der ist kaum zugänglich. Im Spülenschrank gibt es einen doppelten Boden, bis dahin räumen wir nun den Schrank leer. Über eine Revisionsöffnung können wir dann bis zum Rumpf schauen.

Mit einem Selfie-Stick und dem Handy können wir ganz brauchbare Fotos machen, es sieht alles trocken aus. Wir tupfen mit einem Zewa noch etwas um den Bolzen herum, auch hier gibt es nichts an Feuchtigkeit. Gott sei Dank. Ein Undichtigkeit an der Stellen wären nicht einfach zu beheben gewesen.

Nun ist aber guter Rat teuer. Woher kommt das Salzwasser in der Bilge? Vielleicht hat ja einer der Schläuche eine Beschädigung an einer Stelle, an der wir nicht hin greifen konnten. Toms letzte Idee ist es, die Seeventile zu schließen, die Schläuche zu entleeren und zu beobachten, ob weiter Wasser kommt. Hajo darf die Ausführung übernehmen und hat direkt den Griff von einem Seeventil in der Hand.
F*ck. Bevor wir in der Nanajuana ins Wasser gegangen sind, hatten wir alle Ventile geprüft. Zwar hält das Seeventil aktuell dicht, wir können aber nicht sagen, ob es offen oder geschlossen ist. Ist es offen und der Schlauch platzt, dann geht unsere Dicke auf Tiefe. Das Risiko können wir nicht eingehen.
Die Hummingbird Marina liegt nur 60 Minuten von uns entfernt und nach einem kurzen Telefonat haben wir eine Zusage, dass wir heute noch aus dem Wasser gehen können. Wir machen uns auf den Weg.

Mit dem Dockmaster bespricht Tom die Besonderheit unseres Schwingkiels und wie mit dem Slippwagen die Dicke aus dem Wasser geholt werden kann. Mit 2 Mitarbeitern im Wasser wird das Schiff richtig positioniert.

Gut 2 Stunden nachdem der Hebel abgebrochen ist, sind wir an Land und noch eine Stunde später sicher aufgebockt. Da heute Freitag ist, wollen wir versuchen, bis Monatg morgen alles zu reparieren, so dass wir direkt wieder zurück ins Wasser gehen können. Den Slippwagern lassen wir direkt an Ort und Stelle stehen.

Am Samstagmorgen, es ist der 20.12., starten wir mit der Mission Seeventile. Da die beiden Seeventile in dem Bereich gleich alt sind, haben wir uns entschieden direkt beide zu tauschen. Durch eine kleine Öffnung müssen nun zunächst die Schläuche von den Seeventilen gelöst werden. Mit einem Heißluftfön werden sie vorher angewärmt, dann geht es einfacher. Dann gilt es, dass Seeventil vorsichtig vom Borddurchlass abzuschrauben, ohne dass der Borddurchlass mit dreht. Tut er das, muss er neu eingedichtet werden. Beim großen Ventil klappt es super, beim kleinen dreht der Borddurchlass direkt mit. Also muss der auch erstmal raus. Mit dem großen Maulschlüssel lässt sich aber immer nur eine Viertelumdrehung in der kleinen Kiste machen, dann stößt man wieder irgendwo an. Es dauert über eine Stunde, bis der Durchlass draußen ist. Hajo sitzt die ganze Zeit draußen und hält gegen.

Tatsächlich ist der Bereich feucht. Der Borddurchlass war nicht mehr dicht und vermutlich Ursache für unser Salzwasser in der Bilge. Nachdem wir ihn gereinigt haben setzen wir ihn wieder mit neuer Dichtmasse ein und lassen ihn bis Sonntagmorgen trocknen.
Sonntag werden dann die neuen Seeventil mit frischem Hanf eingedichtet und auf die Borddurchlässe verschraubt. Fertig um wieder ins Wasser zu gehen.
Ulf hat in der Zwischenzeit Ursachenforschung betrieben. Wir hatten extra die teuren Seeventile von Toplicht gekauft. Die sind aus Bronze und äußerst resistent gegen Salzwasser. Leider ist nicht das ganze Ventil aus Bronze, der Schaft zum Drehen der Kugel ist aus Messing. Bei Messing kommt es zu sogenannten Entzinkung, das Material wird spröde und das ist der Grund, weshalb der Hebel abgebrochen ist.

Den Rest des Sonntags können wir der Fauna in der Marina zuschauen.

Um 9:00 Uhr geht es montags wieder ins Wasser und wir bleiben eine Nacht in der Marina, falls doch etwas nicht dicht sein sollte. Es ist aber alles dicht und so fahren wir am Dienstag, den 22.12., zurück in die Placencia Bay und haben uns ein kaltes Bier an der Strandbar redlich verdient.

Heiligabend. Der Plan für heute sieht vor, den Baum zu schmücken und unsere Weihnachtskarte zu machen. Hajos Handy hat andere Pläne mit uns. Es startet immer wieder, bricht den Vorgang ab und startet erneut. Vermutlich hat der Power-Schalter einen Wackelkontakt. Das Ersatzhandy ist schnell mobilisiert, und eigentlich sollte der Wechsel nicht lange dauern. Whatsapp, GMX und einige andere Apps haben per SMS einen Identcode geschickt, aber das Handy logt sich nicht ins Netz ein, ein bekanntes Problem in Belize. Nach einer Stunde des ständigen Probierens bootet das alte Handy wieder und wir können die Datenübertragung auf das neue machen. Mit Passkey vom alten Handy lassen sich nun auch die Apps freischalten und das neue Telefon ist vollständig einsatzbereit.

Der Baum wird noch geschmückt und so kann Heiligabend kommen. Im Supermarkt haben wir Spareribs gefunden, die gibt’s heute.

Auch für den ersten und zweiten Weihnachtstag ist ausreichend Essen an Bord, zum Glück an beiden Tagen regnet es durchgehend und stark. Den Ablaufstöpsel im Dinghy haben wir für eine Nacht drin gelassen um das Wasser zum Wäschewaschen nicht aus dem Tank nehmen zu müssen. 150 Liter sind in einer Nacht gefallen, etwa 60 Liter/m². Durch den ganzen Regen haben sich ein paar Leckagen gezeigt, die Tom in den nächsten Tagen abdichten muss.

Erst am Samstag, den 27.12., hört es auf zu regnen und es zeigt sich wieder ein blauer Himmel. Wir genießen es, ein bisschen durch Plaencia zu schlendern. Der kommunale Anlegesteg mit seinen bunten Hütten dient der Fähre und den Lanchas als Abfahrtstelle zum Festland und den einzelnen Inseln. Mit Vollgas geht es dann durch Ankerfeld, so dass es tagsüber immer etwas schaukelig ist.

Der Blick über die Ankerbucht ist schön und das Wasser glasklar. Sogar Seesterne liegen hier am Strand.

Placencia selbst ist architektonisch wenig attraktiv, hat aber mehrere Supermärkte in denen man für die einsameren Inseln proviantieren kann. Das Preisniveau ist im Vergleich zu Guatemala aber sehr hoch. Ein Glück, dass wir sehr viel im Rio Dulce gebunkert hatten.


Unsere Ankerbucht verwöhnt uns aber mit herrlichen Sonnenauf- und untergängen.

Aktuell drückt ein Sturmtief im Golf von Mexiko eine Welle in die Karibik, diese wollen wir abwarten, bevor wir uns wieder auf die Inseln begeben. So verbringen wir auch Silverster vor Anker und erleben ein schönes Feuerwerk.


Am Freitag, den 02.01.2026 können wir ablegen und weiterfahren. Euch wünschen wir alles Gute für das neue Jahr 2026. Freude, Liebe, Glück und vor allem Gesundheit sollen Euch bgleiten.